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Montag, 5. August 2013

Loslassen – Was braucht man wirklich?




Ist es nicht toll, wenn man für alle Eventualitäten gewappnet ist, viel besitzt und immer vorbildlich handelt oder auftreten kann?

NEIN! - Mut zur Lücke / zum Unperfektsein!

Wie viel Platz, Zeit und Organisationstalent braucht man, um das alles zu „verwalten“? Kaffee- und Teeservice, alle Varianten an Gläser, Besteck, Haushaltsgeräten und das Ganze für Alltag UND für „Gut“? Schuhe, Kleidung und Accessoires für jede Gelegenheit? Dekoration für alle Jahreszeiten und Anlässe? Und? Verwendet man es denn auch wirklich?

NEIN!

Auch ich war der Meinung, dass man das alles unbedingt braucht und war Meisterin im Wegorganisieren, vielleicht sogar ein gut durchstrukturierter Messi? Schlussendlich war ich sogar der Meinung, dass 70qm Wohnung, ein Keller und eine Garage nicht reichen und dass wir umziehen MÜSSEN…

NEIN! Ich musste einfach nur loslassen.

Sicherlich bin ich immer noch nicht fertig / dort angekommen, wo ich hin will, aber auf dem guten Weg:
-      NUR noch 45 Paar Schuhe (ZIEL: ca. 20 Paar)
-      ALLE Kleidungsstücke locker im Schrank und nicht auch noch in Boxen auf dem Schrank und Saisonware in Säcken und Kartons im Keller (ZIEL: mit wenig Kleidung viele Kombis zusammenstellen und theoretisch 3 Wochen nicht waschen zu müssen)
-      qualitativ hochwertige Kleidung, die man lange tragen kann
-      Service und Gläser gibt es nur noch für JETZT und nicht mehr nur für „Gut“
-      Eier kann man auch mit der Schale trennen, Zwiebeln mit dem Messer hacken, Teig mit der Hand kneten und vieles selbst herstellen
-      Ein Glas leckeren Wein auch mal an einem Mittwochabend
-      Nicht mehr alles haben und kaufen müssen, sondern vorhandenes verbrauchen, verschenken, verkaufen
-      Mehrere Dinge auf einem Weg erledigen und nicht für alles extra fahren (was nicht da ist, braucht man auch nicht / kann man nicht essen)
-      und
-      und
-      und

Das alles bin ich mir einfach wert! Das „gute“ Service mit dem Goldrand zum Frühstück und die hochwertigen Lederschuhe für jeden Tag.

Mit alle dem habe ich jetzt soviel Zeit, dass ich eine Weiterbildung gestartet habe und diesen Blog schreiben kann.

Montag, 29. Juli 2013

immer "zu" ...




Mein ganzes Leben war ich immer nur „zu“ …
-         pummelig
-         groß
-         strubbelig
-         ordentlich
-         dünn
-         breitarschig
-         flachbrüstig
-         blond
-         schwarz
-         ruhig
-         schlau
-         pickelig
-         blass

… wie kann ich dann der Mensch werden, der ich sein möchte / soll?!

Montag, 22. Juli 2013

Überholspur


 
Wir Frauen zwischen 30 und 40 Jahren führen ein Leben auf der Überholspur – wollen Alles (heiraten, Karriere, Kind/er, Eigentum) und das möglichst schnell, bevor es zu spät ist…

Also, tretet auf die Bremse!

In nur 10 Jahren aus Vorstellungen / Wünschen Realitäten machen, das wird knapp. Jeder Fehltritt bedeutet Zeitverlust, jedes Experiment ist Zeitverschwendung. Das Gefühl, alles richtig machen zu müssen versetzt in Panik. Unendlich viele Möglichkeiten klingt nach großer Freiheit, setzt aber auch unter Druck.

Die eigene Mama gab für die Kinder den Beruf auf, die Cousine bekam keine Kinder, um Karriere machen zu können, die kleine Schwester macht das Abitur und das Studium im Eilverfahren, um dann für ihre Planung mehr Zeit zu haben und wir wollen auf nichts verzichten bzw. wollen alles vereinen.

Berufstätige Mütter schlafen weniger, duschen seltener, essen schneller und vergessen sich selbst!

Aber eines ist gewiss:
Man muss nicht alles mitnehmen, was man kriegen kann und sich den Teller am Buffet des Lebens bis zum Bersten füllen, um dann auf dem Weg zu merken, dass weniger mehr gewesen wäre.

Also, tief durchatmen und überlegen:
Beruf? Beziehung? Kind? Was ist mir wirklich wichtig? - Sich also auf das Wesentliche konzentrieren.

Karriere ist auch später noch möglich, denn schließlich dürfen wir bis 67 arbeiten und müssen bis dahin auch noch fit und leistungsfähig bleiben und nicht auf halber Strecke liegen bleiben…

Dienstag, 9. Juli 2013

Modegeheimnisse


Wisst ihr, was das Geheimnis meines Kleidungsstils ist? Ich suche nach Sachen, die mir richtig passen – egal, welche Größe auf dem Schild steht. Auch wenn man vielleicht zwei verschiedene Größen kaufen muss, ist es besser, das zu suchen, was am besten sitzt, und nicht einer bestimmten Größe hinterherzujagen. Kleidung ist keine genaue Wissenschaft – Kleidung wird immer noch von Menschen gemacht, und Menschen sind fehlbar. Das gleiche Modell kann verschieden zugeschnitten werden, und zwei verschiedene Hosen der gleichen Größe können ganz unterschiedlich sitzen. Probier verschiedene Größen an, bis du eine findest, die deinem Körper entspricht. Kleide dich deinem Alter entsprechend und sei realistisch, was deine Figur angeht. Nur weil etwas bei präpupertären Mädchen Trend ist, muss es nicht auch einer erwachsenen Frau stehen. Überlege, was an dir wirklich gut aussieht. Wenn du dir dabei unsicher bist, schnapp dir deine ehrlichsten Freundinnen und lass dich von ihnen beraten. Es ist für jede Frau eine Herausforderung, Klamotten zu finden, die zu ihrer Figur passen. Dein Körper ist einzigartig. Deine Geduld wird vielleicht machmal überstrapaziert werden, aber wenn du lernst, dich wie der Mensch zu kleiden, der du heute bist, dann wird das dein Kleiderschrank-Problem entschärfen, dem Ort, der mit Erinnerungen an fehlgeschlagene Diätpläne in Form von Kleiderstücken besetzt ist. Das Wichtigste ist, dass man sich in seiner Haut wohl fühlt, denn wenn man Selbstbewusstsein und Selbstachtung ausstahlt, ist dies das schönste Accessoire, das man tragen kann.

Kleider machen Leute.
Nackte Menschen haben nur wenig
Oder gar keinen Einfluss in der Gesellschaft
Mark Twain, Schriftsteller

Auszug aus „Sehe ich DICK darin aus?“ Jessica Weiner

Dienstag, 2. Juli 2013

Du steckst bereits in deinem richtigen Körper



Liebe Jessica, ich mache schon mein ganzes Leben lang Diäten, so dass ich selten für längere Zeit die gleiche Kleidergröße hatte. Mein Kleiderschrank ist voll mit Klamotten in den verschiedensten Größen – Zeugnisse meines von Diäten geprägten Lebens. Ich schwanke zwischen bis zu zehn Konfektionsgrößen hin und her! Ich bin besonders von einer Jeans besessen, die ich in der Highschool und auf dem College getragen habe. Ich behalte sie, weil sie mich an meine „dünne Zeiten“ erinnert, aber in letzter Zeit deprimiert sie mich mehr, als dass sie mich motiviert. Ich habe Angst davor, mit den Diäten aufzuhören, weil ich nicht noch mehr in die Breite gehen will. Ich weiß nicht einmal, welche Größe ich wirklich habe. Ich glaube, ich habe meinen richtigen Körper jahrelang nicht gesehen.
                                                                                                       Margaret

Der Glaube, dass man eine bestimmte Kleidergröße haben muss, gleicht dem Gedanken, dass man ein bestimmtes Gewicht haben muss. Er schränkt einen ein, ist willkürlich und nutzlos. Jeder Körper ist anders und einzigartig. Jeder Mensch hat andere Rundungen, Grübchen und Falten. Und doch versuchen merkwürdigerweise alle, die gleiche Größe zu haben – die Größe, die als „dünn“ genug angesehen wird. Für einige ist das Größe 32, für andere Größe 44. Es lastet ein unglaublicher Druck auf Frauen, sich diesem vergänglichen Maßstab des Selbstwertgefühls zu unterwerfen. Es ist noch niemand gestorben, weil er nicht mehr in die Jeans vom letzten Jahr gepasst hat. Aber es sind schon Leute gestorben, weil sie nach dem perfekten Gewicht und der perfekten Konfektionsgröße streben – der Zahl, die scheinbar alle Probleme lösen würde.
Margaret sagte, dass sie ihren richtigen Körper jahrelang nicht gesehen hat. Denk mal darüber nach. In welchem Körper läuft sie denn herum? In einem Körper, den sie bestraft und nicht richtig ernährt? In einem Körper, den sie versteckt und den sie bestraft, indem sie sich heimlich Fressattacken hingibt? In einem Körper, den sie schilt, weil sie ihn als Reinfall empfindet? Wo ist ihr richtiger Körper? Wo ist deiner? Es ist dein heutiger Körper, egal, wie üppig du vielleicht bist oder welche Konfektionsgröße du hast. Es ist die Haut, in der du heute steckst – und nicht morgen.

Auszug aus „Sehe ich DICK darin aus?“ Jessica Weiner